Was ist von gestaffelten BU-Laufzeiten zu halten?
Ist die "Ausgabenabsicherung" DIE Lösung anstelle einer Laufzeit bis 67?
Natürlich ist das nicht immer ganz so leicht zu verkraften, wenn Sie sehen, dass die vermeintliche “Ersparnis” durch eine Laufzeit bis zum 65. oder sogar 62. Lebensjahr wirtschaftlicher Quatsch ist. Wahrscheinlich haben sich deswegen findige Versicherungsvermittler das Prinzip der sogenannten “Ausgabenabsicherung” in der BU einfallen lassen.
Die Idee dahinter ist es, dass Ihre Ausgaben mit zunehmendem Lebensalter sinken. Zum Beispiel, wenn die Kinder mit der Ausbildung oder dem Studium fertig sind und auf eigenen Füßen stehen. Oder dann, wenn im Alter die letzte Rate für Ihre Immobilie bezahlt ist.
Dafür werden dann gleich mehrere Verträge zur Absicherung bei Berufsunfähigkeit mit unterschiedlichen Laufzeiten der Versicherung abgeschlossen:
Ein Vertrag läuft zum Beispiel so lange, bis die Kinder aus dem Haus sind. Der nächste, bis das Haus abbezahlt ist und einer bis zum Rentenbeginn.
Also konkret bei 3.500,- Euro monatlicher BU-Rente würden zum Beispiel 1.000,- Euro bis zum 55. Lebensjahr (Kinder sind aus dem Haus), 500,- Euro bis zum 60. Lebensjahr (Haus ist abbezahlt) und die restlichen 2.000,- Euro bis zum 67. Lebensjahr laufen.
Das klingt auf den ersten Blick nach einem „echten Konzept“. Und der monatliche Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist günstiger, als wenn Sie die gesamten 2.500,- Euro BU-Rente bis zum 67. Lebensjahr versichern. Allerdings hat die ganze Sache einen großen, logischen Haken! Oder besser gesagt mehrere:
- Alleine schon aus Gründen der Inflation steigt Ihr Absicherungsbedarf definitiv im Laufe der Zeit deutlich an
- Zukünftige Gehaltserhöhungen steigern Ihren Lebensstandard
- Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie wirklich Geld “übrig” haben, wenn die Kinder aus dem Haus sind, ist sehr gering. In der Regel wird das freigewordene Geld benötigt, um die Altersvorsorge aufzubessern.
So nett eine solche “Ausgabenabsicherung” auf den ersten Blick klingen mag, so wenig sinnvoll ist sie dann letztendlich doch!
Passen Sie deswegen besonders gut bei solchen Ratschlägen auf, denn wenn Sie nach einigen Jahren merken, dass eine solche "Ausgabenabsicherung" nicht funktioniert, dann ist es in vielen Fällen zu spät um den Fehler zu korrigieren. Und wenn es doch möglich sein sollte, ist es auf jeden Fall erheblich teurer, als wenn Sie direkt alles richtig gemacht hätten.