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Das Wichtigste in kürze für die BU von MINT-Berufen

  • Trotz Bürojob ist das Risiko einer Berufsunfähigkeit hoch: Nervenkrankheiten, Erkrankungen der Psyche (Burn-Out, Depressionen, etc.), Krebs oder auch ME/CFS sind nur einige Beispiele
     
  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Entwickler, Mathematiker und Informatiker gibt es für einen sehr günstigen Beitrag
     
  • Achtung bei den Versicherungsbedingungen: Trotz Testsiegen und Auszeichnungen sind nur wenige Tarife wirklich langfristig passend
     
  • Eine anonyme Risikovoranfrage ist meistens sinnvoll, um ohne Risiko zum besten Angebot zu kommen

Wenn Sie sich die Arbeit bei der Suche nach der besten BU abnehmen lassen wollen: Lernen Sie uns jetzt kostenlos kennen

Inhaltsverzeichnis

Berufsunfähigkeitsversicherung für MINT- & IT-Berufe

    Brauchen Sie überhaupt eine BU-Police?

    Warum Mathematiker, IT-Berater und Entwickler besonders von BU profitieren

    Während es bei Handwerkern und in Pflegeberufen oft auf der Hand liegt, ist so manchem jungen Mathematiker und Informatiker noch gar nicht richtig bewusst, warum er ausgerechnet einen BU-Vertrag braucht. 

    Diese Überlegung ist auch auf den ersten Blick berechtigt. Beim zweiten und dritten Mal hinsehen fällt dann jedoch auf, dass auch Menschen in Bürojobs ein hohes Risiko haben, berufsunfähig zu werden. 

    Warum werden Mathematiker und Informatiker berufsunfähig?

    In Büroberufen liegen psychische Erkrankungen ganz weit vorne bei den Ursachen für den BU-Leistungsfall. Auch Krebserkrankungen in den unterschiedlichen Varianten führen in den meisten Fällen zu einem längeren Ausfall. Das gilt auch für Nervenkrankheiten wie Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) oder Multiple Sklerose (MS) und Krankheiten wie Hörstürze, Tinnitus, Schmerzsyndrome oder noch recht unbekannte Krankheiten wie Post-Covid-Syndrom (PCS) / ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue Syndrom).

    Dabei muss die Berufsunfähigkeit nicht zwingend dauerhaft sein, denn eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung gilt bereits, ab 6-monatiger BU.

    Basierend auf der aktuellen Auswertung aus dem Jahr 2024 zu Ursachen einer Berufsunfähigkeit des GDV  lassen sich die Ursachen auf MINT-Berufe runterbrechen. Als Quelle dient hierzu der jährliche Bericht über BU-Leistungsfälle von Morgen&Morgen, der zuletzt 2025 aktualisiert wurde. 
    Beide Berichte fassen dann die Ursachen einer Berufsunfähigkeit über alle Berufsfelder zusammen. Aus diesen haben wir nach Rücksprache mit Leistungsprüfern bei den Versicherungen und unseren eigenen Erfahrungen eine Ableitung für MINT-Berufe erstellt. 

     

    Wichtig: Die Ursachen innerhalb der Gruppe der MINT-Berufe variiert leicht um 1-2%. Deswegen haben wir in unserer Darstellung die Durchschnittswerte genommen. 

    Sowohl Morgen&Morgen als auch der GDV fassen psychische Krankheiten und Nervenkrankheiten zu "Nervenkrankheiten" zusammen. 

    Dabei ist diese Zusammenlegung aus unserer Sicht nicht korrekt, da es sich um zwei verschiedene Bereiche handelt.
    Das eine ist die 'Hardware' = Nerven und das andere die 'Software' = Psyche.

    Unsere Auswertung für Mathematiker und Informatiker

    In MINT-Berufen kommen wir bei den psychischen Erkrankungen auf rund 28% der BU-Leistungsfälle. Gefolgt von ca. 20% durch Krebs- und Tumorerkrankungen und in etwa 15% fällt auf Nevenleiden zurück. Krankheiten des Bewegungsapparates inklusive Skelett nehmen weitere rund 15% der Gründe für eine BU ein. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegen MINTler bei ca. 13%. Unfälle machen gerade einmal 5% aus und der rest verteilt sich auf sonstige Ursachen.

    Aus diesen Gründen werden Informatiker, Entwickler und Mathematiker häufig BU

    Psychische Krankheiten

    Erkrankungen des Nervensystems

    Krebs- und Tumorleiden

    Bleibende Schäden nach Unfällen

    Krankheiten des Bewegungsapparates

    Krankheiten des Herzens und Kreislaufsystems

    Sonstige Ursachen

    So ermitteln Sie Ihren Bedarf richtig

    Welche BU-Rente ist sinnvoll – und was zahlt eine BU überhaupt?

    Sie haben verstanden, dass Sie auch als Informatiker, Mathematiker und Entwickler berufsunfähig werden können? Häufig ist die nächste Frage, welche Konsequenzen ein solcher BU-Fall dann für Sie hat. 

    Vom Staat brauchen Sie nicht viel zu erwarten, denn eine Sozialhilfe sichert lediglich das Überleben ab, nicht hingegen Ihren bisher mühsam aufgebauten Lebensstandard. 

    Und auch die gesetzliche Rentenversicherung sichert lediglich den Fall einer Erwerbsminderung ab. Das bedeutet, dass Sie dauerhaft in keiner Tätigkeit mehr für länger als 3 Stunden am Tag arbeiten können. Können Sie noch mehr als drei, aber weniger als sechs Stunden arbeiten, gibt es immerhin die Teil-Erwerbsminderungsrente. 

     

    Der entscheidende Unterschied: Bei der BU zählt Ihr zuletzt ausgeübter Beruf – bei der Erwerbsminderung zählt, ob Sie überhaupt noch irgendeine Tätigkeit schaffen.



    Doch selbst wenn Sie so schwer krank sind, dass Sie diese Kriterien erfüllen, sichert diese Leistung (nach Steuern und Abgaben) gerade einmal rund 15-25% Ihres bisherigen Nettoeinkommens ab. 

     

    Wenn Sie Ihren Lebensstandard halten möchten führt kein Weg an einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung vorbei.

     

    Was zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Leistungsfall?

     

    • Sie bekommen eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente in der vertraglich vereinbarten Höhe

    • Die BU-Rente gibt es ab 50%iger Berufsunfähigkeit, die voraussichtlich 6 Monate andauert oder bereits so lange besteht

    • Versichert ist Ihre konkret ausgeübte Tätigkeit, die Sie 'zuletzt in gesunden Tagen' ausgeübt haben 

    • Die Rentenleistung wird für die Zeit der Berufsunfähigkeit und maximal bis zum Endalter (67. Lebensjahr empfohlen) bezahlt

    • Gleichzeitig werden Sie von den monatlichen Beiträgen für Ihre BU befreit

     

    Wie hoch sollte Ihre BU-Rente sein?

    Als Faustformel passt Ihr Nettoeinkommen sehr gut als Absicherungsziel für den Fall der Berufsunfähigkeit. 

    Die oft zitierte Empfehlung '80% vom Nettoeinkommen reicht' unterschlägt oft, dass Sie auf die BU-Rente in vielen Fällen Steuern zahlen müssen und auch die Krankenversicherung und Altersvorsorge in diesem Fall weiter bezahlt werden müssen. 

    Zu den konkreten Kosten und Abzügen im BU-Leistungsfall und wie Sie diese berechnen, haben wir einen eigenen Artikel geschrieben. 

     

    Einer der typischen Fehler beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist es mit einer zu geringen Rentenhöhe zu planen. Zwar zahlen Sie dadurch etwas weniger Beitrag, im Leistungsfall hat sich aber noch keiner unserer Kunden über einen zu hohen Beitrag, sondern eher über eine zu geringe Absicherung beschwert. 

     

    Wenn Sie Ihre Fixkosten, Krankenversicherung, Altersvorsorge und mögliche Steuerabzüge berücksichtigen, reicht eine BU-Rente unterhalb Ihres Nettoeinkommens in vielen Fällen nicht aus

    Eine Berufsunfähigkeitsrente sollte deshalb in den meisten Fällen bei 100% des Nettoeinkommens liegen.

    So berechnen Sie Ihre BU-Rente konkret (einfach und praxisnah)

     

    Gehen Sie dabei nicht 'nach Gefühl', sondern rechnen Sie in drei Schritten:

     

    • Nettoeinkommen als Zielgröße 
      Notieren Sie Ihr aktuelles Netto (Selbstständige verwenden hierbei den Gewinn nach Steuern).
       
    • Fixkosten + Pflichtbeiträge berücksichtigen
      Dazu zählen z. B. Miete/Kredit, Lebenshaltung, Versicherungen, PKV/GKV-Beiträge und Altersvorsorge. Viele vergessen genau diese Posten – und landen dann mit einer BU-Rente, die nicht reicht.
       
    • Steuern einplanen
      Je nach Vertragsart und persönlicher Situation kann die BU-Rente steuerpflichtig sein. In der privaten BU-Rente (3. Schicht) ist diese zum Ertragsanteil zu versteuern. Wer sich für eine BU-Versicherung im Rahmen einer Basis-Rente entscheidet, muss mit deutlich höheren Steuerabzügen rechnen.
      Wer im Jahr 2026 berufsunfähig wird, muss bereits 84% der BU-Rente versteuern. Der zu versteuernde Anteil steigt jährlich um 0,5%, bis im Jahr 2058 die volle Rente zu versteuern ist. 

      Wichtig: Ausschlaggebend ist dauerhaft das Jahr, in dem der Leistungsfall eintritt. Wer im Jahr 2028 berufsunfähig wird, muss dauerhaft 85% der BU-Leistung versteuern. 

     

    Wenn Sie diese drei Punkte sauber einrechnen, landen viele Entwickler und ITler nicht bei 80% Netto, sondern eher näher am ursprünglichen Nettoeinkommen.

    Beispiel: So sieht das in der Praxis aus

    Nehmen wir einen Softwareentwickler mit 3.200 € netto.

    • Fixkosten (Miete/Kredit, Lebenshaltung, Versicherungen): 1.800 €

    • Krankenversicherung + Altersvorsorge (weiter nötig): 800-900 €

    • zusätzliche Ausgaben (z. B. Familie, Rücklagen): 400–500 €

    Ergebnis: Eine BU-Rente von 3.000–3.200 € ist in so einem Fall realistisch, wenn der Lebensstandard nicht abrutschen soll.
     

    Erklärung:

    Allein Kranken- und Pflegeversicherung liegen bei rund 20% der BU-Rente – dazu kommt, wenn Sie Ihren Lebensstandard halten wollen, meist auch die Altersvorsorge.
    Verdienen Sie oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) und versichern sich in der PKV, dann rechnen Sie mit 800-900 Euro allein für die Krankenversicherung.

    Individuelle Grenzen der BU-Versicherer beachten

    Die empfohlene Berufsunfähigkeitsrente in Höhe von 100% vom Netto ist bei Mathematikern und Informatikern aufgrund des höheren Einkommens nicht immer so einfach umsetzbar. 

    Hierbei hat jede Versicherungsgesellschaft individuelle Regelungen. Einige lassen ab dem 1. Euro nie mehr als 80% vom Netto zu, andere starten zwar mit 60 - 70% vom Bruttoeinkommen, begrenzen dann allerdings bei höheren Renten auf nur noch 50% vom Brutto oder noch weniger. 

    Eine weitere Herausforderung liegt in dem begrenzten 'Risikohunger' je einzelner Versicherungsgesellschaft. Einem unserer Informatiker-Kunden, mit einem Bruttoeinkommen von 500.000 Euro im Jahr wollte die größte Lebensversicherungsgesellschaft in Deutschland troz bester Gesundheit keine 10.000  Euro BU-Rente geben. Aufgrund des zu hohen Einzelrisikos. 

    Dazu kommt, dass bei BU-Rentenhöhen von über 3.000 Euro pro Versicherer eine Untersuchung beim Arzt ansteht, bei der auch neue, bisher unbekannte Krankheiten entdeckt werden können und dass das Ergebnis der anonymen Risikovoranfrage nicht mehr bindend ist. 

    Aufteilung auf mehrere BU-Verträge

    Die Lösung für Ihre BU-Absicherung

    Wir halten fest: Eine hohe BU-Rente ist oft sinnvoll – aber sie lässt sich nicht immer in einem einzigen Vertrag sauber und flexibel umsetzen. Entweder begrenzen Versicherer die maximale Rentenhöhe oder die Risikoprüfung deutlich aufwendiger.

    Damit Sie trotzdem von Anfang an gut abgesichert sind und gleichzeitig flexibel bleiben, arbeiten wir bei Mathemaikern und IT-Berufen häufig mit einer 2-Vertrags-Lösung bzw. der Aufteilung auf mehrere BU-Versicherer.

    Das sind die Vorteile der Aufteilung:

    • Legale Vermeidung der zusätzlichen Untersuchung beim Arzt
    • Flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten der Finanziellen Angemessenheit je Versicherungsgesellschaft
    • Erhalt der maximal möglichen Nachversicherungsgarantien, damit Sie auch in Zukunft ohen erneute Gesundheitsprüfung erhöhen können
    • Risikostreuung der wichtigen BU-Absicherung auf 'mehrere Schultern'

    Welche Nachteile hat eine Aufteilung der BU-Rente?

    • Der Gesamtbeitrag ist ca. einen Euro teurer (Stückkosten je Versicherung / je Vertrag) 
    • Es müssen zwei oder mehr Anträge gestellt werden - etwas mehr Arbeitsaufwand
    • Im Leistungsfall muss die Rente bei mehreren Versicherungsunternehmen beantragt werden - etwas mehr Aufwand im Leistungsfall

    Wir nehmen Ihnen die Mehraufwand ab und unterstützen Sie auch im Leistungsfall - so ist Ihr Mehraufwand kaum spürtbar für Sie.

    Lassen Sie sich jetzt Ihr individuelles BU-Konzept erstellen - lernen Sie uns kostenfrei kennen

     

    Auf diese Leistungen kommt es an

    Checkliste für die beste BU-Police für MINT-Berufe

    Damit Sie als Informatiker, Entwickler oder Mathematiker die für sich beste BU-Versicherung erkennen, bieten wir Ihnen hier ein paar Punkte zur Orientierung, die Ihr Vertrag idealerweise enthalten sollte. 

    • Die Höhe der BU-Rente sollte Ihr Nettoeinkommen absichern
    • Laufzeit der BU-Police bis zum 67. Lebensjahr
    • Verzicht auf abstrakte Verweisung (Wichtig: Auch zeitlich unbegrenzt z.B. bei Sabbatical oder Elternzeit)
    • Verzicht auf konkrete Verweisung oder mindestens harte 80%-Grenze (Zuverdienst-Regelung)
    • Hohe Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung
    • Keine Obergrenze für die Beitragsdynamik
    • Wenn möglich den Versicherungsschutz auf mehrere BU-Verträge aufteilen
    • Bei PKV-Versicherten: Berücksichtigung des Krankentagegeldes
    • Unbedingt über eine Risikovoranfrage die Versicherbarkeit vorab prüfen lassen

    Letzte Aktualisierung am 24.01.2026

    Von Guido Lehberg

    Guido Lehberg ist Versicherungsmakler und spezialisiert auf Berufsunfähigkeitsversicherungen sowie Arbeitskraftabsicherung. Er ist seit 2005 in der Versicherungsbranche tätig und seit 2011 als Versicherungsmakler aktiv. Seit 2015 liegt sein Schwerpunkt auf der Absicherung von Ärzten, Juristen und MINT-Berufen – insbesondere bei anspruchsvollen Fällen mit Vorerkrankungen und komplexer Gesundheitshistorie.
    Neben der Beratungspraxis wird er regelmäßig von Versicherern zu Produktentwicklungen der BU-Versicherung und Grundfähigkeitsversicherung eingebunden und schult Maklerorganisationen in Workshops und Keynotes.
    Stand: Januar 2026

    Guido Lehberg DER BU-Profi

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